Vier, Fünf, Sechs – Lübeck und die Bürger zur Wahl

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Stimmen zur Wahl des Bürgermeisters
Endlich - so heißt es oft. Die Ära Saxe geht zu Ende und viele Bürger wünschen sich einen Neuanfang. Eine große Angst ist zu vernehmen und ein Vertrauen in die Parteien ist auch fast nicht mehr gegeben. Zu sehr leidet die Stimmung in der Hansestadt Lübeck unter den politischen Mißgeschicken der vergangenen 5 Jahre. Foto: Carsten Bornhöft

Vier, Fünf, Sechs – Lübeck und die Bürger

Wählen gehen ist ein Recht eines Jeden. Dieses Recht wollen viele wahrnehmen. Die Lübecker wollen Veränderung, in vielen Punkten und eine große Angst spielt bei den Bürgern bei der Bürgermeister Wahl 2017 in Lübeck mit, eine höhere Wahlbeteiligung zeichnet sich ab.

Lübeck – Wenn wir Angst sagen, so meinen das die Bürger auch. Die große Angst das sich hier nichts verändert, die Politik und die Stadtverwaltung weiterhin im Stillstand verharrt. Eine höhere Wahlbeteiligung ist zu erwarten.

In der Tat war das Alter der Menschen ein großer Faktor. Gerüchte sagen, dass geplant wird, 2 städtische Einrichtungen zu verkaufen, und dies stößt auf Unverständnis. Die Gesellschaft wird immer älter und die Stadt Lübeck will eigene Kapazitäten abbauen. Von Sozialabbau wird gesprochen und die Berücksichtigung der insbesondere älteren Bürger wird von der Verwaltung nicht gehört. Sie haben Angst davor, dass private Heime zu teuer sind und dass ihre Lebensqualität absinken könnte, obgleich sie jahrzehntelang ihre Steuern bezahlt und die Stadt damit getragen haben. Als nachteilig empfanden die Befragten, dass dieses Thema im allgemeinen Wahlkampfgetöse untergegangen ist und keiner der Kandidaten dazu hinreichend Stellung bezogen hat.

Das zweite große Thema ist der Verkehr in der Stadt. Von Idiotie wird gesprochen und vom Unverständnis wie die Dinge in Lübeck angegangen werden. Da wird die Possehlbrücke gebaut und die Stadt lässt sich vom den Bau Unternehmern drangsalieren. Jemand sagte „Es ist in Lübeck ungewiss, ob man nach der Arbeit noch nach Hause komme“. Auch die Schließung der Altstadt sehen die Bürger als Nachteil. Während einige gerne ihre Ruhe haben wollen, sagt die Mehrheit das das für die Geschäfte in Lübeck sicherlich nachteilig ist und sie fordern eine bessere Verkehrsinfrastruktur um die Altstadt herum. Der Mensch fährt nun gerne mal mit dem Auto, auf diese Belange sollte der/die zukünftige Bürgermeister seinen Einfluss geltend machen.

Im Nahverkehr grassiert die Angst, dass die Stadt die Anteile am Stadtverkehr Lübeck abgeben könnte und das zum Nachteil der Arbeiter und Angestellten. Auch eine Reduzierung des Busverkehrs in Lübeck wird erwartet, das will man nicht. Während andere Städte die Busse teilweise kostenlos fahren lassen, wird es in Lübeck immer teurer und dabei werden die Leistungen immer mehr reduziert.

Schulen, sie sind auch ein Thema. Baugerüste und eine schleichende Sanierung von Schultoiletten ist absolut nicht mehr zeitgemäß. Es wird Geld kosten, doch es muss etwas getan werden. Es reicht nicht, über Technik wie Tablets oder Laptops zu sprechen, es muss eine grundlegende Schulpolitik gemacht werden, die viel mehr an heutigen Problemen mit einbezieht. Lübeck, die Königin der Schulabbrecher, man fragt sich, woher denn die schlechten Quoten kommen. Im Tenor wird der Sozialabbau benannt, wenn das so weitergeht, ist hier bald „Gute Nacht“ . „Es hängt doch alles irgendwie zusammen, so eine Frau mit 2 Kindern “ Man arbeitet immer länger, steckt anschließend im Verkehr fest und die Kinder warten vor der Kita auf Mama. Wohnen so entsetzlich teuer, es bleibt kaum etwas um für die Kinder mal kleine Ausnahmen machen zu können“, ist dann auch eine Überleitung auf das Thema Wohnen.

Kaum freier Wohnraum und eine verfehlte Politik diesbezüglich. Zurzeit haben wir in Lübeck 26 Bauprojekte die überwiegend „Prestige“ und „Luxus“ bereitstellen. Immer wieder sehr gerne herausgeholt wird der Anteil an sozialem Wohnraum, wenn es darum geht, Bauprojekte zu bewerben. Die Quote erfüllen, in Travemünde beispielsweise werden 200 Wohnungen gebaut, davon sind ganze 15 der Anteil an „bezahlbarem Wohnen“. Das ist Kalkül und bewusst gewollt. Das die Zahlen an Obdachlosen stetig steigt, wird unter dem Deckmantel gehalten, macht sich auch nicht gut, für die im Luxus wohnenden Menschen. Es wird bewusst entmietet, dann kann man abreißen und den Bauplatz finanziell veredeln. In Moisling steht so viel leer, doch Übergangsmietverträge werden nicht angeboten. An der Brandenbaumer Landtsrasse hat man abgebrochen und die Anzahl an Wohnungen wird nicht in gleicher Menge wiederhergsetellt. Die Forderung der Bürger  „Wir brauchen einen/eine die dass wieder so regelt, dass man in Lübeck sich auch wohlfühlt und nicht mit der Angst leben muss, dass man die Wohnung verliert.

Viele Bürger sprechen vom Wandel, der zwingend kommen muss. „Wir dürfen hier nicht Spielball der Politik, der Klüngelei und dem Filz werden.“ Filz, das ist ein Wort, was in Lübeck oft verwendet wird, warum wohl?

Nach unseren Befragungen, stellten wir fest das die Wahlbeteiligung höher ausfallen könnte als bei den vergangenen Wahlen. Menschen informieren sich und wollen partizipieren an der Gestaltung ihrer Stadt. -cbo

 

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