Traditionsschiffahrt – Schiffssicherheitsverordnung in der Kritik

0
100
Traditionsschiffahrt Schiffssicherheitsverordnung
Traditionsschiffahrt Schiffssicherheitsverordnung in der Kritik. Noch in der kommenden Woche will Christian Schmidt die Verordnung unterzeichnen.

Traditionsschiffahrt – Schiffssicherheitsverordnung in der Kritik

Ausgerechnet ein Bayer will einem Schleswig-Holsteiner die Seefahrt erklären. Der amtierende Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) Christian Schmidt beabsichtigt, den neuen Entwurf der  Schiffssicherheitsverordnung für Traditionsschiffe, der zum 01.01.2018 in Kraft treten soll, in der nächsten Woche zu unterschreiben.

Reinbek – Die Sicherheit wird immer sicherer und bevor sich die neue Koalition gebildet hat, will man nun noch die angedachten Entwürfe unter Dach und Fach bringen. 

Dazu hat der GSHW eine Pressemitteilung abgegeben. Darin enthalten sind Forderungen
über Bau und Betrieb von Traditionsschiffen, die nicht umgesetzt werden können. Der
Dachverband der deutschen Traditionsschiffe, die GSHW, fordert einen Umsetzungsstopp.

Der vom BMVI herausgegebene Entwurf sieht Änderungen und Vorschriften vor, die zur Folge haben, dass
1. der Betrieb hinsichtlich der Anforderungen an die ehrenamtliche Besatzung nicht mehr oder nur noch eingeschränkt möglich sein wird,
2. die Schiffe in ihrem Aussehen bzw. baulichen Zustand so nachhaltig verändert werden müssen, dass sie ihren ursprünglichen Charakter verlieren könnten,
3. der finanzielle Aufwand zur Umsetzung der Forderungen die monetären Möglichkeiten der Betreiber übersteigt und der weitere Betrieb gefährdet ist.

Wird der Entwurf unverändert umgesetzt, werden deutsche Traditionsschiffe kaum mehr eingesetzt werden können. Die lebendige Präsentation traditioneller Seefahrt und maritimer Kultur wird nicht mehr möglich sein. An den Paraden auf den maritimen Veranstaltungen wie Kieler Woche, Hansesail, Dampfrundum, Travemünder Woche, Sail Bremerhaven, Hamburger Hafengeburtstag usw. werden deutlich weniger deutsche Schiffe teilnehmen können. Darüber hinaus werden dann Jugendreisen, die soziale Kompetenzen wie Teamfähigkeit und Selbstbewusstsein der Jugendlichen fördern, kaum mehr angeboten werden können. Die Schiffe dafür werden fehlen. Das Maritime Erbe unseres Landes wird nur noch in Museen besichtigt werden können, nicht jedoch in der Praxis erlebt. Seit mehr als 40 Jahren haben sich überwiegend ehrenamtlich tätige Freunde alter Schiffe darum
bemüht, diese durch aufwendige Restaurierung und Pflege für die Gemeinschaft zu  erhalten. Neben dem Gedanken des maritimen Erbes sind es vor allem Jugendliche, die auf diesen Schiffen Erfahrungen sammeln können, zum Beispiel bei Klassenfahrten oder europäischen Treffen von Traditionsschiffen.

Nikolaus Kern, stellvertretender Vorsitzender der GSHW: „ Wir erwarten vom BMVI, dass die Verordnung nicht in Kraft gesetzt wird, bevor sie nicht in Gesprächen mit den Verbänden so überarbeitet worden ist, dass der Erhalt der deutschen Traditionsschiffe gesichert ist. Wir möchten auch in mittelfristiger Zukunft fahrende Traditionsschiffe unter deutscher Flagge an unseren Küsten erleben.“

Quelle: GSHW

Anzeige

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here