Kulturhauptstadt – Teuerer Name und teures Prestige Denken

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Kulturhaupstadt 2025
Kaffeesatzleserei - Kultursenatorin Frau Weiher hat im Ausschuss an der Idee der Bewerbung festgehalten und geäußert, dass ein Großteil der entstehenden Kosten durch Drittmittel leistbar wäre. Es wurden vage Zahlen zwischen 50 und 90 Prozent der Drittmittelfinanzierung genannt.

Kulturhauptstadt – Teuerer Name und teures Prestige Denken

Kommentarlos wurde der Bericht zur Bewerbung zur europäischen Kulturhauptstadt 2025 in die Bürgerschaft durchgewunken. Die SPD Lübeck stellt sich klar gegen das Prozedere und unterstellte sich der amtierenden Kultur Senatorin Kathrin Weiher „Kaffeesatzleserei“

Lübeck – Kulturhauptstadt 2025, ob nun Nürnberg, Dresden, Magdeburg, Chemnitz und Leipzig oder Lübeck, es sind viele Städte die sich den Namen angeln wollen. Kultur ist zur Zeit ja auch ein hoch angesiedeltes Wort, wenn einem die Werbeslogans ausgehen, kann man wenigstens mit einem solchen Understatement punkten.

In Lübeck scheint es jedoch wieder so etwas wie Vernunft zu geben. Die SPD Lübeck erteilt dem Unterfangen eine klare Absage.

In der Pressemitteilung heißt es: „Wenn eine solche Bewerbung ernst gemeint ist, wären allein für die Bewerbungsphase um die zwei Millionen Euro zu veranschlagen. Eine erfolgreiche Bewerbung wäre mit Kosten in mehrfacher 10-stelliger Millionenhöhe verbunden. Konkrete belastbare Zahlen liegen aber nicht wirklich vor. Die Kulturhauptstadt 2010 im Ruhrgebiet kostet rund 63 Millionen Euro. Aus der Wirtschaft wurden damals 17 Millionen Euro an Fördergeldern erwartet. Tatsächlich flossen aber bis Ende Juni 2009 nur 1,5 Millionen Euro. Es entstand eine Finanzierungslücke von sieben Millionen.“

Die Kultursenatorin Frau Weiher hat im Ausschuss an der Idee der Bewerbung festgehalten und geäußert, dass ein Großteil der entstehenden Kosten durch Drittmittel leistbar wäre. Es wurden vage Zahlen zwischen 50 und 90 Prozent der Drittmittelfinanzierung genannt.

Die Behauptung, dass ein Großteil der womöglich anfallenden Kosten durch Fördermittel und Spenden abzudecken sind, ist eher als „Kaffeesatzleserei“ zu beschreiben und hat wenig mit seriöser Finanzkalkulation bei einem Millionenprojekt zu tun. Niemand kann heute die genauen Zahlen nennen, geschweige denn konkrete Aussagen zu Fördermitteln machen. Insgesamt fragwürdig bleibt auch die Zielsetzung dieser Bewerbung.

Sinnvolle kulturpolitische Projekte, beispielsweise im Bereich der kulturellen Bildung, können auch ohne die Bewerbung geplant und umgesetzt werden. Die SPD in Lübeck hat im letzten Jahr ein kulturpolitisches Programm „Auf Kultur gebaut“ verabschiedet. Sich weiter in die Idee einer Bewerbung zur Kulturhauptstadt zu verrennen, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht wirklich nachvollziehbar.

Lübeck hat wahrlich andere aktuelle Probleme als die Bewerbung um die europäische Kulturhauptstadt.

Die SPD-Fraktion wird sich auch weiterhin klar positionieren und gegen eine Bewerbung zur Kulturhauptstadt 2025 stimmen.

Quelle:SPD Lübeck

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