Bürgermeisterwahl in Lübeck mit einem Wahlsieger

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Interessierte Wähler in Lübeck
Bürgermeisterwahl in Lübeck. Im Börsensaal des Lübecker Rathauses fanden sich zahlreich politisch Interessierte ein. Es war jedoch auch deutlich zu erleben das die Stadtteile in denen der Kandidat Stolzenberg die meisten Stimmen geholt hat, die Lautstärke etwas angehoben hat. Von Anfang an, bemerkte man die Spannung, die sich für den weiteren Verlauf des Abends ankündigte.

Bürgermeisterwahl in Lübeck mit einem Wahlsieger

Bei den Wahlen des Bürgermeisters in der Hansestadt Lübeck zeigte sich das Desinteresse bei den aufgerufenen Wählern deutlich. 60% der Menschen haben ihre Stimme nicht abgegeben.

Lübeck – Der Wahlsieger heißt „Desinteresse“ . Mehr noch, wenn man mit den Leuten spricht, hören wir ganz oft das die Kandidaten im Kreis der Lügenbolde wiederzufinden sind. Die gemachten Versprechen sind überaus unglaubwürdig, denn die Schulden der Stadt lassen diese ja gar nicht zu. Wenn der Bürger schlechte Laune bekommt, wenn man über Politik redet, dann sind dies sichtbar deutliche Zeichen. Der Spuk, der in den sozialen Netzwerken grassiert, möge bitte auch bald wieder vorbei sein. Teilweise wurde es dort auch auf die Spitze getrieben.

Das breite Bündnis aus CDU, GRÜNEN, LINKEN und der BfL konnte die angestrebte absolute Mehrheit für die Kandidatin Weiher nicht erreichen. Dies ist die größte Wahlschlappe, die zu nennen ist. Entsprechend werden in den sozialen Netzwerken die Argumente nun so hingedreht, dass es für die Stichwahl wieder passt. 35,2 % ist für den Umfang dieses Bündnisses viel zu wenig und es bedarf nun einer großen Arbeit, dies zu korrigieren. In den sozialen Netzwerken hat die Umtriebigkeit der Unterstützerparteien ihre Wirkung gezeigt. Teilweise von „unter der Gürtellinie und Bösartigkeit“ wurde gesprochen. Austritte in diesen Parteien werden nun benannt und letztlich hat die Glaubwürdigkeit hier wieder Federn lassen müssen.

„Lübeck ist ROT, und das ist auch gut so.“ So nannte das ein Anhänger der SPD. Der Kandidat Lindenau ist daher auch sehr selbstsicher, was die Stichwahl anbelangt. Die Wähler, die sich den alternativen Kandidaten angeschlossen haben, sind auch eher geneigt, dem Kandidaten Lindenau in der Stichwahl zu folgen. Die sozialen Aspekte bei den Aussagen des Kandidaten Lindenau haben im Vertrauen der Wähler einen höheren Stellenwert.

Der noch amtierende Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) hob den Kandidaten Stolzenberg hervor und führte aus, dass es sich um ein respektables Ergebnis gehandelt hat. Der Kandidat Stolzenberg hat 20,4 % Prozent der Stimmen holen können. Seinen Wahlkampf hat er alleine finanziert und sich dafür Zeit genommen. Das Ziel der Stichwahl hat der Kandidat nicht erreicht, aber an Bekanntheit erreicht. Eine Bekanntheit, die seine weitere politische Karriere tragen kann. Es kommen ja auch noch Kommunalwahlen, die Zeit zu „Ändern“ ist nach wie vor vorhanden und „Ändern kann man auch in der Bürgerschaft. Allerdings hat Stolzenberg seine weiteren Intensionen noch nicht bekannt gegeben. Der Quereinsteiger in die Politik hat viele Wähler zum Querdenken angeregt, ein Prozess, der die Lübecker Stadtpolitik in der Zukunft nachhaltig verändern könnte.

An Bekanntheit mangelte es auch bei den Kandidaten Misch und Heising. Misch hat in einigen Wahlkreisen ein sehr gutes Ergebnis erzielen können und kommt auf immerhin noch 7,5% der Stimmen.

Zieht man die Kandidaten zusammen, dann haben 30,5 % der Wähler einen alternativen Kandidaten bevorzugt. Wenn jetzt die kleine Taschenlampe Licht darauf wirft, ist die Unzufriedenheit der Bürger mit den Parteien und dem Konglomerat des breiten Bündnisses nicht gewollt.

Den Kandidaten Alam haben wir bewusst herausgehalten, aus den Alternativen, denn er macht einfach nur Spaß. Dabei sind es jedoch 4,9% die den anderen Kandidaten gefehlt haben. Zieht man diese Zahlen zusammen erhalten wir 35,4 % für einen alternativen Kandidaten. „Für den Einen der NICHT aus der Suppe kommt“(Zitat Ali Alam).

Dennoch bleibt die Frage offen, weshalb so viele nicht wählen wollen. Geht es doch um ihre Stadt. Die in der Vergangenheit gemachten Versprechen werden nicht eingelöst, eine Hafenwirtschaft die sehr viel Geld aus der Stadtkasse absaugt, der massive Bau von LUXUS Wohnungen und die Flüchtlingspolitik lasten schwer auf der Reputation der bisherigen Stadtpolitik. Auch die Überlast, die die Mitarbeiter der Stadtverwaltung zu tragen haben und der daraus folgende Abbau von Bürgerservice ist eine schwere Last, die zu überdenken wäre.

Eine Langzeitstudie aus dem Jahr 2013 belegte es: Alter, Herkunft und Bildung entscheiden darüber, ob man wählen geht. Die Schere zwischen aktiven Wahlbürgern und politischen Zaungästen öffnet sich immer weiter. Es ist zu erkennen, das sich diese Schere weiter geöffnet hat. Genau diese Prozesse, Schulabbrecher, Hartz IV, Lohndumping und Obdachlosigkeit sind in der Stadt Lübeck ansteigend, daraus könnte sich die Entwicklung herauslesen lassen.

Im Börsensaal des Rathauses fanden sich zahlreiche politisch interessierte Menschen ein. Der Rest der Lübecker wollte vermutlich den Tatort nicht verpassen. Bernd Saxe betonte jedoch auch mehrfach, dass das Prozedere nicht sehr lange dauert und man den Tatort sicherlich noch zu Hause sehen könne. Schade, ich hätte gerne mal mit dem Bürgermeister einen Tatort angesehen. -cbo

 

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