Bürgermeister Kandidaten – Detlev Stolzenberg in Travemünde

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Bürgermeister Wahlen Lübeck - Detlev Stolzenberg
Detlev Stolzenberg vor der "Alten Vogtei" in Travemünde. Auftakt zum Wahlkampf mit dem Thema "Qualitative Stadtentwicklung" Foto: Carsten Bornhöft

Bürgermeister Kandidaten – Detlev Stolzenberg in Travemünde

Am 5. November 2017 wird in Lübeck der neue Bürgermeister gewählt. Detlev Stolzenberg wählte Travemünde für seinen Auftakt zum Wahlkampf.

Lübeck-Travemünde –  Detlev Stolzenberg will zur Bürgermeister Wahl antreteten und hat in Travemünde seinen Wahlkampf gestartet. „Partizipation, Konsultation und Engagement der Bürger, das sind Stichworte, die in Lübeck viel zu kurz kommen. Man hat den Eindruck, dass die Verantwortlichen im Rathaus gegen die Bürger handelt“, kritisiert er und erwähnt umstrittene Maßnahmen wie die Erhöhung der Erbbaurechte und der Straßenreinigungsgebühren, die Einführung der Tourismusabgabe oder die Umgestaltung der Untertrave. Das Fachwissen und die Ansichten der Bewohner müssen durch mehr Bürgerbeteiligung miteinbezogen werden.

In die Politik aus Überzeugung

Detlev Stolzenberg möchte in eine neue Zeit aufbrechen, Lübecks Potentiale liegen auf dem Trockenen. Verwaltungswege dauern zu lange und der Bürgerservice bleibt auf der Strecke. Stolzenberg hat als bürgerliches Mitglied im Bauausschuss für die Piraten mitgearbeitet und hat das Vorhaben, die Stellschrauben in der Verwaltung im Sinne der Bürger neu zu justieren. Als Stadtplaner hat er lange Jahre mit der Stadtverwaltung zusammengearbeitet und kennt die Verfahrensabläufe. Der 56-Jährige betreibt seit 25 Jahren ein Stadtplanungsbüro in Lübeck und war davor sieben Jahre lang in der Kreisverwaltung in Bad Oldesloe beschäftigt. Auch in mehreren Lübecker Initiativen und Vereinen ist Stolzenberg tätig. Er sieht für sich gute Chancen und die Kompentenz, das Amt des Bürgermeisters ausfüllen zu können.

Einbindung des Bürgers in Verwaltungprozesse

Stadtteilbüros, die wie kleine Rathäuser funktionieren. In anderen Städten längst funktionell, in Lübeck nicht. Man kann den Eindruck gewinnen, das der bisherige Bürgermeister die Bedürfnisse der Bürger nicht kennt. Der Politikbetrieb lädt Bürger nicht ein, sich zu engagieren. Stolzenberg will das ändern. Für Travemünde zum Beispiel hat der Kandidat die Idee städtische und öffentliche Angebote mit der Kurverwaltung und den Touristikangeboten zu bündeln und dadurch einen attraktiven und wirtschaftlichen Bürgerservice anbieten zu können. Hier könnten auch örtliche Akteure und der Ortsrat Ansprechpartner der Stadtverwaltung finden. Dadurch würde die Stadtteilqualität und die örtliche Identität gefördert werden.

Bürgerhaushalt

Stolzenberg will in Lübeck einen Bürgerhaushalt etablieren und verweist auf die Stadt Münster. Dort gibt es seit 2011 einen Bürgerhaushalt. Durch die Mitwirkung der Bürger werden sinnvolle Maßnahmen in den Stadtteilen berücksichtigt. Die Ausgaben sollen in der Öffentlichkeit diskutiert und die Entscheidungen nicht nur den 49 Bürgerschaftsabgeordneten überlassen werden. „Auch wenn die Kassenlage ernst ist, gebe es „durchaus Spielräume, um Aufgaben zu erfüllen, die der Lebensqualität der Menschen dienen“, findet Stolzenberg,

Qualitvolle Entwicklung des Seebades

Maßvolle Entwicklung, nicht nur einen Investor ins Boot holen, das sind seine Intentionen. Wenn nur ein Investor einen Ort entwickelt wie jetzt Priwall Waterfront, macht sich die Stadt von ihm abhängig. Sinnvolle Vorgaben sind dann nur noch schwer durchsetzbar. Daraus entstehen Fehlentwicklungen, die von den Menschen nicht akzeptiert werden. Stolzenberg sieht für eine Entwicklung mit Qualität kleinere Entwicklungsschritte mit verschiedenen Investoren. Dabei ist es wichtig, die örtlichen Besonderheiten zu erkennen und zu bewahren. Die Entwickelung des Kreuzfahrt-Tourismus besitzt für ihn keine Priorität. Der bestehende Anleger am Ostpreußenkai kann aus seiner Sicht entwickelt werden. Stolzenberg setzt auf Qualität des Seebades statt auf Massentourismus. Nur wer auf lange Sicht mit Qualität punktet, wird bestehen können

Verkehrskonzepte vorher durchdenken

Stolzenberg bemängelt das Vorgehen der Stadt bei den aktuellen Entwicklungen in Travemünde. Erst wird gebaut und dann macht man sich Gedanken über die Verkehrsanbindung und die entfallenden Parkplätze. Bevor Fakten geschaffen werden, hätte das Verkehrskonzept entwickelt werden müssen. Aus seiner Sicht war es ein großer Fehler die alte Travemünder Landstraße bei der Erweiterung des Hafengebietes abzuschneiden. Jetzt muss nachgebessert werden. Beim Thema Parken setzt er auf flächenschonende Parkpaletten und Tiefgaragen, damit das Stadtbild attraktiv bleibt. 

Prioritäten

Die Stadtteilakteure wie den Travemünder Ortsrat, die gemeinnützigen Stadtteilvereine und Runden Tische in den Stadtteilen möchte Stolzenberg gerne stärken. Hier setzt er auf feste Ansprechpartner in der Verwaltung.   „Soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit, Teilhabe, bezahlbarer Wohnraum und attraktive Mobilität müssen stärker beachtet werden“, dies hat er sich auf seine Fahnen geschrieben und wurde beim Gespräch mit den Bürgen in Travemünde auch sichtbar.

Lübeck hat einen großen Bedarf an Veränderungen, diese will er angehen und dabei konsequent verfolgen. Als neuer Chef der Lübecker Stadtverwaltung will er Prozesse anstossen und dadurch die Menschen stärker einbinden. Dies stärkt die Akzeptanz der Verwaltungsarbeit und fördert die Verwaltungsmitarbeiter. 

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